„Keine Sorge – für diese Folge brauchst du keine Yoga-Matte, keine Räucherstäbchen und keine komplizierten Übungen. Nur die Bereitschaft, innerlich kurz den Platz zu wechseln.“ Am Ende fühlst du dich besser und gewinnst eine andere Perspektive. Meistens jedenfalls.“
„Unser Gehirn liebt zwei Dinge: Gewohnheiten und Recht haben. Perspektivenwechsel steht da ungefähr auf Platz 97 der Beliebtheitsskala. Und genau deshalb spreche ich heute darüber.“
Was ist ein Perspektivenwechsel – und warum fällt er uns so schwer?
- Wir sehen die Welt durch unsere eigene Brille: geprägt von der Erziehung, Kultur & Herkunft und Erfahrungen.
- Ein Perspektivenwechsel bedeutet nicht, dass man Recht- oder Unrecht hat – sondern dass es mehr als eine Wahrheit gibt. Die Herausforderung hier ist wahrscheinlich die andere Sicht stehen lassen zu können.
- In diesem Prozess können neue Einsichten, Empathie, Kreativität, Entwicklung und neue Lösungen & Wege entstehen.
„Unser Gehirn liebt Gewohnheiten – und zwar auch dann, wenn sie uns regelmäßig im Weg stehen.“
Perspektivenwechsel in unseren unterschiedlichen Lebensbereichen
🔹 Konflikte & Beziehungen
- Missverständnisse entstehen oft nicht durch böse Absichten, sondern durch unterschiedliche Blickwinkel.
- Besonders spannend im interkulturellen Kontext, hinter den Worten – das, was sich hinter den Worten verbirgt oder in Familien.
🔹 Führung & Alltag
- Mal rauszoomen: Vogelperspektive statt im Dauerstress und Hamsterrad im Tagesgeschäft hängenbleiben
- Mal reinzoomen: Details sehen, statt nur das große Ganze.
🔹 Resilienz & Psyche
- Reframing: Die Fakten bleiben gleich, aber die Geschichte, die du dir darüber erzählst, ändert sich. Nicht das Ereignis entscheidet darüber, wie wir uns fühlen – sondern die Bedeutung, die wir ihm geben - «Meine Gedanken, bestimmen mein Verhalten»
- Nicht alles schönreden („Ja, das ist gerade schwierig. Ja, es tut weh. Ja, es ist anstrengend) aber handlungsfähig bleiben (ich kann entscheiden, wie ich jetzt damit umgehe oder wie ich darüber denke).
Perspektivenwechsel zum Anfassen
- Zeitreise: „Stell dir vor, du bist sechs Monate weiter – was würdest du deinem Heutigen Ich sagen?“
- Schuhe tauschen: Wie fühlt es sich an, wenn du ein Spaziergang in den Schuhen eines anderen machst?
- Systemblick (Familienaufstellung): Raus aus der eigenen Rolle, rauf auf den Balkon – und plötzlich wird sichtbar, was vorher emotional vernebelt war.
Ein weiterer spannender Bereich (auf jeden Fall für mich) ist die systemische Aufstellung – besser bekannt unter Familienstellen.
Hier erlebt man den Perspektivenwechsel von aussen: Familienaufstellungen ermöglichen durch einen radikalen Perspektivenwechsel das Sichtbarmachen unbewusster familiärer Dynamiken und Verstrickungen.
- Methoden: Dies geschieht in Gruppen mit Stellvertretern oder in Einzelsitzungen mittels Figuren. Diese werden im Raum positioniert und der Aufstellende betrachtet sein Thema von aussen in der Vogelperspektive. Dies hilft, Verstrickungen & Muster zu lösen und neue Lösungsmöglichkeiten zu finden.
- Ziele: Das hilf Konflikte zu verstehen, das Erkennen von verborgenen Zusammenhängen, das Entwirren von Beziehungs-/oder Familienkonflikten und das Finden einer "heilsamen" Lösung. Dies fördert die Empathie und schafft Ordnung im System.
- Anwendungsgebiete: Persönliche Anliegen, familiäre, berufliche oder gesundheitliche Probleme.
Mein Fazit:
- Perspektivenwechsel ist kein Kontrollverlust, sondern ein Gewinn.
- Er macht uns nicht schwächer, sondern beweglicher.
- Und manchmal beginnt Veränderung nicht mit einer Entscheidung – sondern mit einem Schritt zur Seite.
„Vielleicht musst du heute nichts verändern. Vielleicht reicht es, kurz den Platz zu wechseln, um Klarheit zu bekommen.“
„Wo könntest du diese Woche einmal bewusst anders hinschauen?“