Mein Netflix-Drehbuch im Kopf

Kennst du das, du bist mit Menschen zusammen – in einer Gruppe, im Freundeskreis, in der Familie – und plötzlich passiert innerlich etwas.

Ein Blick.
Ein Satz.
Ein Tonfall.

Und dein Kopf ist sofort da und sagt: Ah. Okay. Ich weiß, was das bedeutet.

So ist das also.
So sehen sie mich.
So gehöre ich hier rein – oder eben nicht.

Und ein paar Tage später denkst du dir: Moment mal … war das wirklich so? Oder war das nur mein inneres Netflix-Drehbuch, das wieder sehr aktiv war?

Darum geht es heute. Um Gedanken in Gemeinschaften. Um das, was ich fühle – wie ich mich verhalte und um die Geschichten, die ich daraus mache – eben um mein Netflix-Drehbuch im Kopf.

Wenn sich Gedanken wie Wahrheit anfühlen

Was mir immer wieder auffällt: Der erste Gedanke fühlt sich nicht an wie ein Gedanke.
Er fühlt sich an wie eine Erkenntnis.

So nach dem Motto: Ich habe da gerade etwas gespürt – also muss das stimmen!

Dieser Gedanke ist schnell. Emotional. Und extrem überzeugend.

Und oft reagiere ich sofort darauf. Ich werde leiser. Oder angepasster. Oder ich ziehe mich innerlich ein Stück zurück. Nicht, weil jemand etwas eindeutig gesagt hat. Sondern weil mein Kopf eine Geschichte gebaut hat.

Ich bin gerade auf der Spur/in einem Prozess und fange an diese Gedanken nicht mehr sofort zu glauben. Nicht, weil sie falsch sind – sondern weil sie nicht die einzige Wahrheit sind. Es gibt ja nicht nur eine Sichtweise.

Perspektivenwechsel

Was mir dabei sehr hilft, ist mein Körper und die Zeit dich mir gebe, darüber nachzudenken. Denn mein Denken, reagiert oft auch körperlich.

Heute fühlt sich das für mich an wie ein innerer Perspektivwechsel. Nicht im Sinne von: Ich muss anders werden. Sondern eher: Ich darf mir selbst näherkommen.

Vielleicht beginnt echte Verbindung genau dort, wo ich aufhöre, jede innere Reaktion sofort für die Wahrheit zu halten. Das fühlt sich für mich befreiend an. Ich merke, dass ich - einfach ich sein darf - mit meinen Gedanken und meinen Gefühlen und gehöre dazu.

Und das reicht!